Entwurf / Vorschau – Inhalte werden noch abgestimmt.
Bürgerentscheid am 25. Oktober 2026

Unsere Geschichte
hat Zukunft.

Erhalt statt Abriss in der Friedrichstraße 32. Das Haus von 1909 kann bleiben, und das DRK, die Arztpraxis und neue Wohnungen bekommen trotzdem ihren Platz.

JA!

Stimmen Sie am 25. Oktober mit JA

Mit Ihrem JA wird der Konzeptbeschluss des Gemeinderats vom 23.04.2026 aufgehoben, damit die Friedrichstraße 32 nicht abgerissen wird. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, Briefwahl ist möglich.

–Tage
–Std.
–Min.

Warum wir für den Erhalt sind

Sechs gute Gründe für Ihr JA

Wir sind nicht gegen neue Wohnungen, die Arztpraxis oder das neue Zentrum für den DRK-Ortsverein. Wir wollen nur verhindern, dass dafür ein Haus abgerissen wird, das unsere Stadt prägt.

Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme des Hauses Friedrichstraße 32 mit Erker, Gaube und Gartenzaun
Die Friedrichstraße 32 auf einer historischen Aufnahme

Friedrichstraße 32 · erbaut 1909

Ein Zeugnis der Industriegeschichte Herbolzheims

Die Fabrikantenfamilie Schindler ließ das Haus 1909 als Mehrparteien-Wohnhaus für ihren Werkmeister und leitende Angestellte bauen. Die Ausstattung war für die damalige Zeit gehoben, das Haus soll sogar ein „separates Bad mit fließendem Wasser“ gehabt haben.

Die Friedrichstraße 32 ist ein anspruchsvoller architektonischer Entwurf und zugleich der letzte erhaltene Teil des Krankenhauses, das die Familie Schindler der Stadt geschenkt hat. Ab 1956 diente das Haus als dessen Verwaltungsgebäude. Von den Schindlers sind außerdem die Villa mit Park (heute Stadtgarten) und das Grabmal erhalten.

„Unabhängig vom Ergebnis der Prüfung auf Kulturdenkmaleigenschaft dürfen wir der Gemeinde die Empfehlung geben, das Haus in der Friedrichstraße 32 als ‚erhaltenswertes Gebäude‘ bzw. ‚besonders erhaltenswerte Bausubstanz‘ auszuweisen.“ Landesamt für Denkmalpflege, Schlusssatz der Prüfung
Hinweistafel der Stadt Herbolzheim zum Angestelltenwohnhaus der Firma Schindler, Station 16 des Tabakwegs, vor dem Gebäude
Die Stadt weist selbst auf das Haus hin: Station 16 des Tabakwegs

Von der Stadt als Sehenswürdigkeit ausgewiesen

Station 16 auf dem Tabakweg

Vor dem Haus steht eine Hinweistafel der Stadt Herbolzheim. Sie stellt das „Angestelltenwohnhaus der Firma Schindler“ als tabakhistorische Sehenswürdigkeit vor. Bis vor wenigen Monaten warb die Stadt also selbst mit diesem Gebäude.

Nach der Prüfung des Landesamts ist das Haus zwar kein Kulturdenkmal im Sinne von § 2 DSchG-BW, weil es im Lauf der Zeit umgebaut wurde. Für eine Sanierung ist das aber sogar günstig, denn es gelten keine Denkmalschutzauflagen.

„Wie glaubwürdig ist der Wunsch nach Identität und Heimatgefühl, wenn gleichzeitig wertvolle Zeitzeugen dem Abriss preisgegeben werden?“ Leserzuschrift, Badische Zeitung, 9. Mai 2026
Rotes Sandstein-Portal mit Voluten und der Jahreszahl 1909 über dem Eingang
Das Eingangsportal mit der Jahreszahl 1909

Gut erhalten

Keine abbruchreife Bude

Wir haben das Gebäude besichtigt. Sein Zustand ist gut und dem Alter entsprechend, einzelne Teile sind bereits saniert. Das Obergeschoss ist in hervorragendem Zustand und ließe sich mit wenig Aufwand sofort vermieten.

Im Inneren sind viele Elemente aus der Bauzeit erhalten. Außen fallen Portal- und Fenstergewände, Erker und Gauben auf, wie man sie heute kaum noch findet.

Unser Vorschlag

Erhalt und Entwicklung: beides geht

Der Erhalt der Friedrichstraße 32 blockiert das Quartier nicht, er macht es reicher. Unser Konzept im Überblick:

  • Sanierung durch die Stadt oder ihre Servicegesellschaft. Sie übernimmt auch die Vermietung. Den Sanierungsrahmen der Verwaltung von rund 600.000 € halten wir für realistisch und ausreichend.
  • Aus 4 werden 7 bis 8 Wohnungen, durch eine geschickte neue Aufteilung und den Ausbau des Dachgeschosses.
  • Verkauf der umliegenden Flächen an einen Investor: das ehemalige Areal Maler Geppert, die Rettungswache und das westliche Grundstück.
  • DRK-Ortsverein und Zahnarztpraxis bekommen wie geplant ihr neues Zuhause.
  • Insgesamt 25 bis 28 Wohnungen in verschiedenen Größen, aus Neubau und Altbau zusammen.
Die Friedrichstraße 32 heute: ockerfarbene Fassade mit roten Fenstergewänden, Erker und Walmdach mit Gauben
Die Friedrichstraße 32 heute
1909Baujahr
7–8Wohnungen nach Sanierung (heute 4)
≈ 600 T€Sanierungsrahmen laut Verwaltung
25–28Wohnungen im gesamten Quartier
Farbiger Lageplan des Areals Friedrichstraße 32, 34 und 34a im Maßstab 1:500
Lageplan des Areals Friedrichstraße · als PDF öffnen · Geobasisdaten: LGL, basemap.de/BKG, © OpenStreetMap-Mitwirkende

Haushalt & Finanzierung

Die Stadt kann sich einen Verkauf nicht leisten

Der Haushaltsplan 2026 sieht im Ergebnishaushalt ein planmäßiges Defizit von rund 1,5 Mio. € vor. Die Rechtsaufsicht hat den Haushalt nur mit Auflagen genehmigt. Umso wichtiger ist es, Werte zu behalten, die Geld einbringen.

Erhalt bringt Jahr für Jahr Mieteinnahmen
Mit der Friedrichstraße 32 kann die Stadt jedes Jahr einen Überschuss aus Mieten erzielen und so ihre Haushaltslage verbessern. Nach dem Haushaltsrecht soll sie fehlende Erträge vorrangig aus privatrechtlichen Erlösen wie Mieten decken. Nach der Gemeindeordnung darf sie Vermögen außerdem nur verkaufen, wenn sie es für ihre Aufgaben nicht braucht. Nach einem Verkauf bekäme allein der Investor die Mieteinnahmen.
Sanierung trägt sich selbst
Selbst bei einer Kaltmiete am unteren Rand des Mietspiegels decken die Mieten die Finanzierungskosten und eine angemessene Abschreibung. Läuft das Vorhaben über die städtische Servicegesellschaft, müssen ihre Kredite im Wirtschaftsplan nicht genehmigt werden. So hat die Stadt auch Kauf und Sanierung des „Atlantis“ finanziert. Außerdem entfiele die Ablösezahlung von 440.000 €, die sonst beim Erwerb von der Servicegesellschaft anfällt. Damit wären bereits zwei Drittel der Sanierungskosten gedeckt.
Der Gemeinderatsbeschluss bringt neue Belastungen
Die Stadt will Flächen im Neubau kaufen oder mieten. Bei der Beschlussfassung lagen dem Gemeinderat dazu keine Kosten vor. In seiner Präsentation nannte der Bürgermeister 750.000 € für den Kauf des Erdgeschosses im neuen Gebäude. Offen ist, ob dieser Betrag noch mit dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf von 915.654 € verrechnet wird. Beide Varianten belasten den ohnehin defizitären Ergebnishaushalt weiter: mit Mieten oder Zinsen, Unterhalt und Abschreibungen. Der Kämmerer hat im Juli vor einer drohenden Liquiditätskrise gewarnt. Nach Auskunft der Rechtsaufsicht bewilligt sie Kredite, wenn überhaupt, nur noch für Pflichtaufgaben. Räume für Vereine gehören nicht dazu.
Die Zahlen sind widersprüchlich
In den ersten beiden Fassungen der städtischen Info-Broschüre standen Verkaufserlöse von 680.659 €. In der endgültigen Fassung waren es plötzlich 915.654 €. Auf welcher Grundlage diese Zahlen berechnet wurden, bleibt offen. Über Grundstückspreise entscheidet der Gemeinderat, ein Beschluss dazu wurde nicht veröffentlicht. Für eine Anmietung liegen gar keine Zahlen vor. Auch die Ablösesumme für das Erbbaurecht wird nicht mehr erwähnt.

Bürgerentscheid · Sonntag, 25. Oktober 2026

Worüber wird abgestimmt?

Der Gemeinderat hat am 23.04.2026 mehrere Einzelmaßnahmen in einem einzigen Konzeptbeschluss zusammengefasst. Der Abriss selbst wurde nicht beschlossen, er soll erst bei der Umsetzung durch den Investor folgen. Deshalb muss sich der Bürgerentscheid gegen den gesamten Beschluss richten. Die Frage ist aber ausdrücklich so formuliert, dass es um den Verkauf und den Abriss der Friedrichstraße 32 geht.

Muster · Frage auf dem Stimmzettel

„Sind Sie dafür, dass der Beschluss des Gemeinderats vom 23.04.2026 zur Vorlage 065/26 aufgehoben und dadurch der Verkauf des historischen Schindlerhauses, Friedrichstraße 32, und dessen Abriss verhindert wird?“

✕ JA
NEIN

JA bedeutet: Der Beschluss wird aufgehoben, das Schindlerhaus wird nicht verkauft und nicht abgerissen, und die Planung für das Areal wird neu aufgestellt.
Wahllokale: Sonntag, 25. Oktober 2026, von 8 bis 18 Uhr. Wer an diesem Tag nicht ins Wahllokal kann, kann per Briefwahl abstimmen. Die Unterlagen gibt es bei der Stadt Herbolzheim.

Wir stehen einer angemessenen Unterbringung des DRK-Ortsvereins ebenso wenig im Weg wie einer neuen Planung für das Areal. Wir wollen nur, dass ein wertvolles Haus nicht als Nebenwirkung eines Bauprojekts verschwindet. Bürgerinitiative Erhaltung Stadtbild

Nächster Termin

Plakat „Die Abrisslüge“: Illustration eines Baggers, der die Friedrichstraße 32 einreißt

„Die Abrisslüge“: Vortrag von Willi Sutter

Donnerstag, 8. Oktober 2026 19:00 Uhr Gemeindesaal der Kath. Pfarrgemeinde, Hauptstraße 99

Willi Sutter saniert seit 1981 Denkmäler und ist als Architekt weit über die Region hinaus bekannt. Er hat das Planungs- und Projektentwicklungsbüro sutter³ gegründet und unter anderem den Deutschen Denkmalpreis erhalten. An vielen Beispielen aus der Praxis zeigt er, dass Sanierungen gut umsetzbar und zugleich günstiger als Neubauten sind. Das gilt auch für die Friedrichstraße 32.

Nach dem Vortrag ist Zeit für Fragen und Diskussion. Wir laden Sie herzlich ein!

Der Weg zum Bürgerentscheid

23. April 2026

Gemeinderatsbeschluss

Der Gemeinderat stimmt mehrheitlich dem Bebauungskonzept von Rendler Bau zu. Für 26 Wohnungen, eine Arztpraxis, eine Tiefgarage und das DRK-Zentrum sollen die alten Häuser abgerissen werden.

Mai 2026

Bestürzung in der Bürgerschaft

In vielen Leserbriefen an die BZ äußern Bürgerinnen und Bürger ihr Unverständnis über die Abrisspläne.

17. Juni 2026

Gespräch mit Verwaltung und Gemeinderat

Verwaltung, Rat und BI diskutieren über die Friedrichstraße 32.

7. Juli 2026

1.010 Unterschriften übergeben

Nötig waren rund 670 Unterschriften, also 7 % der Wahlberechtigten. Wir haben deutlich mehr gesammelt.

29. September 2026

Informationsabend

Hunderte Herbolzheimerinnen und Herbolzheimer informieren sich in der Halle über den Bürgerentscheid.

Rückblick

Informationsabend am 29. September 2026

Vielen Dank an alle, die gekommen sind! Die Halle war voll, und das zeigt, wie sehr die Zukunft der Friedrichstraße 32 die Menschen in Herbolzheim bewegt. Für die BI sprachen Max Schoderer, Dr. Bertram Jenisch und Michael Herbstritt.

Präsentation der BI herunterladen (PDF, 4,7 MB) Bericht der Badischen Zeitung zum Infoabend

Wer wir sind

Bürgerinitiative Erhaltung Stadtbild Herbolzheim

Historische Bauten machen unser Stadtbild unverwechselbar und geben unserer Gemeinschaft Halt. Oft bekommen Abriss und Neubau wegen angeblicher Sachzwänge den Vorrang. Dabei ist es nachhaltiger und fast immer günstiger, bestehende Bausubstanz zu erhalten. Wir setzen uns für den Erhalt ortsbildprägender Gebäude in der Kernstadt und in den Ortsteilen ein.

MS

Max Schoderer

Vertrauensperson. Verwaltungsbeamter im Ruhestand, war im Kommunalreferat des RP Freiburg unter anderem für die Kommunalaufsicht über Große Kreisstädte zuständig.

MH

Michael Herbstritt

Vertrauensperson. Dipl.-Ing. (FH), Architekt, hat viele historische Gebäude saniert, darunter das Torhaus Herbolzheim, die ehemalige Zigarrenfabrik Neusch und die Carl-Kuenzer-Str. 2–8.

VW

Verena Wohlschlegel

Vertrauensperson. Augenoptikerin.

BJ

Dr. Bertram Jenisch

Mitglied der BI, Archäologe. Stellvertretende Fachgebietsleitung frühgeschichtliche, mittelalterliche und neuzeitliche Archäologie, Fachreferent am Landesamt für Denkmalpflege.