Erhalt statt Abriss in der Friedrichstraße 32. Das Haus von 1909 kann bleiben, und das DRK, die Arztpraxis und neue Wohnungen bekommen trotzdem ihren Platz.
Mit Ihrem JA wird der Konzeptbeschluss des Gemeinderats vom 23.04.2026 aufgehoben, damit die Friedrichstraße 32 nicht abgerissen wird. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, Briefwahl ist möglich.
Warum wir für den Erhalt sind
Wir sind nicht gegen neue Wohnungen, die Arztpraxis oder das neue Zentrum für den DRK-Ortsverein. Wir wollen nur verhindern, dass dafür ein Haus abgerissen wird, das unsere Stadt prägt.
Das Jugendstilhaus von 1909 mit Erker, Portal und Fenstergewänden ist ein unverwechselbarer Teil unserer Stadt.
Das Haus erbaute die Tabakfabrikanten-Familie Schindler. Die Stadt selbst führt es als Station 16 auf dem Tabakweg.
Heute vier Wohnungen, nach der Sanierung sieben bis acht. Die Mieten bleiben bezahlbar, was im Neubau nicht möglich wäre.
Wer saniert, statt abzureißen, bewahrt die graue Energie im Gebäude. Das ist Klimaschutz direkt vor unserer Haustür.
Behält die Stadt das Haus, bringt es ihr Jahr für Jahr Mieteinnahmen. Bei einem Verkauf bekommt diese Erträge der Investor.
Die umliegenden Flächen können trotzdem verkauft werden. DRK-Ortsverein und Zahnarztpraxis bekommen ihren Platz.
Friedrichstraße 32 · erbaut 1909
Die Fabrikantenfamilie Schindler ließ das Haus 1909 als Mehrparteien-Wohnhaus für ihren Werkmeister und leitende Angestellte bauen. Die Ausstattung war für die damalige Zeit gehoben, das Haus soll sogar ein „separates Bad mit fließendem Wasser“ gehabt haben.
Die Friedrichstraße 32 ist ein anspruchsvoller architektonischer Entwurf und zugleich der letzte erhaltene Teil des Krankenhauses, das die Familie Schindler der Stadt geschenkt hat. Ab 1956 diente das Haus als dessen Verwaltungsgebäude. Von den Schindlers sind außerdem die Villa mit Park (heute Stadtgarten) und das Grabmal erhalten.
Von der Stadt als Sehenswürdigkeit ausgewiesen
Vor dem Haus steht eine Hinweistafel der Stadt Herbolzheim. Sie stellt das „Angestelltenwohnhaus der Firma Schindler“ als tabakhistorische Sehenswürdigkeit vor. Bis vor wenigen Monaten warb die Stadt also selbst mit diesem Gebäude.
Nach der Prüfung des Landesamts ist das Haus zwar kein Kulturdenkmal im Sinne von § 2 DSchG-BW, weil es im Lauf der Zeit umgebaut wurde. Für eine Sanierung ist das aber sogar günstig, denn es gelten keine Denkmalschutzauflagen.
Gut erhalten
Wir haben das Gebäude besichtigt. Sein Zustand ist gut und dem Alter entsprechend, einzelne Teile sind bereits saniert. Das Obergeschoss ist in hervorragendem Zustand und ließe sich mit wenig Aufwand sofort vermieten.
Im Inneren sind viele Elemente aus der Bauzeit erhalten. Außen fallen Portal- und Fenstergewände, Erker und Gauben auf, wie man sie heute kaum noch findet.
Unser Vorschlag
Der Erhalt der Friedrichstraße 32 blockiert das Quartier nicht, er macht es reicher. Unser Konzept im Überblick:
Haushalt & Finanzierung
Der Haushaltsplan 2026 sieht im Ergebnishaushalt ein planmäßiges Defizit von rund 1,5 Mio. € vor. Die Rechtsaufsicht hat den Haushalt nur mit Auflagen genehmigt. Umso wichtiger ist es, Werte zu behalten, die Geld einbringen.
Bürgerentscheid · Sonntag, 25. Oktober 2026
Der Gemeinderat hat am 23.04.2026 mehrere Einzelmaßnahmen in einem einzigen Konzeptbeschluss zusammengefasst. Der Abriss selbst wurde nicht beschlossen, er soll erst bei der Umsetzung durch den Investor folgen. Deshalb muss sich der Bürgerentscheid gegen den gesamten Beschluss richten. Die Frage ist aber ausdrücklich so formuliert, dass es um den Verkauf und den Abriss der Friedrichstraße 32 geht.
Muster · Frage auf dem Stimmzettel
„Sind Sie dafür, dass der Beschluss des Gemeinderats vom 23.04.2026 zur Vorlage 065/26 aufgehoben und dadurch der Verkauf des historischen Schindlerhauses, Friedrichstraße 32, und dessen Abriss verhindert wird?“
JA bedeutet: Der Beschluss wird aufgehoben, das Schindlerhaus wird nicht verkauft und nicht abgerissen, und die Planung für das Areal wird neu aufgestellt.
Wahllokale: Sonntag, 25. Oktober 2026, von 8 bis 18 Uhr. Wer an diesem Tag nicht ins Wahllokal kann, kann per Briefwahl abstimmen. Die Unterlagen gibt es bei der Stadt Herbolzheim.
Nächster Termin
Willi Sutter saniert seit 1981 Denkmäler und ist als Architekt weit über die Region hinaus bekannt. Er hat das Planungs- und Projektentwicklungsbüro sutter³ gegründet und unter anderem den Deutschen Denkmalpreis erhalten. An vielen Beispielen aus der Praxis zeigt er, dass Sanierungen gut umsetzbar und zugleich günstiger als Neubauten sind. Das gilt auch für die Friedrichstraße 32.
Nach dem Vortrag ist Zeit für Fragen und Diskussion. Wir laden Sie herzlich ein!
Der Gemeinderat stimmt mehrheitlich dem Bebauungskonzept von Rendler Bau zu. Für 26 Wohnungen, eine Arztpraxis, eine Tiefgarage und das DRK-Zentrum sollen die alten Häuser abgerissen werden.
In vielen Leserbriefen an die BZ äußern Bürgerinnen und Bürger ihr Unverständnis über die Abrisspläne.
Verwaltung, Rat und BI diskutieren über die Friedrichstraße 32.
Nötig waren rund 670 Unterschriften, also 7 % der Wahlberechtigten. Wir haben deutlich mehr gesammelt.
Hunderte Herbolzheimerinnen und Herbolzheimer informieren sich in der Halle über den Bürgerentscheid.
Mit Willi Sutter, 19:00 Uhr, Gemeindesaal Hauptstraße 99.
Ihre Stimme entscheidet. Bitte stimmen Sie mit JA!
Rückblick
Vielen Dank an alle, die gekommen sind! Die Halle war voll, und das zeigt, wie sehr die Zukunft der Friedrichstraße 32 die Menschen in Herbolzheim bewegt. Für die BI sprachen Max Schoderer, Dr. Bertram Jenisch und Michael Herbstritt.
Präsentation der BI herunterladen (PDF, 4,7 MB) Bericht der Badischen Zeitung zum Infoabend
Wer wir sind
Historische Bauten machen unser Stadtbild unverwechselbar und geben unserer Gemeinschaft Halt. Oft bekommen Abriss und Neubau wegen angeblicher Sachzwänge den Vorrang. Dabei ist es nachhaltiger und fast immer günstiger, bestehende Bausubstanz zu erhalten. Wir setzen uns für den Erhalt ortsbildprägender Gebäude in der Kernstadt und in den Ortsteilen ein.
Vertrauensperson. Verwaltungsbeamter im Ruhestand, war im Kommunalreferat des RP Freiburg unter anderem für die Kommunalaufsicht über Große Kreisstädte zuständig.
Vertrauensperson. Dipl.-Ing. (FH), Architekt, hat viele historische Gebäude saniert, darunter das Torhaus Herbolzheim, die ehemalige Zigarrenfabrik Neusch und die Carl-Kuenzer-Str. 2–8.
Vertrauensperson. Augenoptikerin.
Mitglied der BI, Archäologe. Stellvertretende Fachgebietsleitung frühgeschichtliche, mittelalterliche und neuzeitliche Archäologie, Fachreferent am Landesamt für Denkmalpflege.
Presse
Der Bericht über den Informationsabend vom 29. September.
Die BI übergibt 1.010 Unterschriften für das Bürgerbegehren.
Leserzuschriften zum geplanten Abriss der Friedrichstraße 32.
Die BI will die Planung stoppen, weil für sie die Friedrichstraße 32 weichen müsste.
Der Bericht über den Gemeinderatsbeschluss.